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Altenheim-Verkauf ist auf gutem Weg - Landkreis Regensburg - Nachrichten - Mittelbayerische

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Der Internationale Bund will das Haus Benedikt in Pentling abgeben. Regionalleiter Oliver Dunkel erläutert die Hintergründe.

05. August 2020 04:30 Uhr

Das Seniorenwohnheim Haus Benedikt soll einen neuen Träger erhalten.
Das Seniorenwohnheim Haus Benedikt soll einen neuen Träger erhalten. Foto: Josef Eder/Josef Eder

Pentling.Das Haus Benedikt in Pentling soll bald einen neuen Betreiber bekommen. Der jetzige Träger, der Internationale Bund, führt diesbezüglich noch Verhandlungen. Regionalleiter Oliver Dunkel ist optimistisch.

Wie weit ist die Suche nach einem neuen Träger für das Haus Benedikt gediehen?

Wir haben uns die Zeit genommen, einen passenden Betreiber zu finden, der die Grundidee des Hauses aufnimmt und weiterentwickelt, der ein Menschenbild hat, in dem Bewohner und Mitarbeitende nicht nur ein Rädchen im Getriebe der Erzeugung von Rendite sind und der mit entsprechender Erfahrung und Kompetenz im Bereich der Pflege aufwarten kann. Mit Richard Wolfframm von der Servicehaus Sonnenhalde GmbH haben wir einen Gesprächspartner gefunden, der dies sehr gut widerspiegelt. Wir sind noch nicht an dem Punkt unterschriftsreifer Verträge, dafür ist der Verkauf eines Seniorenwohnheimes zu komplex, aber wir sind auf einem guten Weg.

Wie stehen Sie mit den Mitarbeitern in dieser Zeit der Veränderung in Kontakt?

Nachdem wir im letzten Sommer aufgrund eines akuten Personalengpasses eine sehr schwierige Situation meistern mussten, hatten wir die Entscheidung getroffen, das Haus an einen anderen Träger abzugeben. Wir haben von Beginn an mit den Mitarbeitenden, aber auch dem Betriebsrat und Heimbeirat bzw. der Bewohner-Fürsprecherin kommuniziert und sie mit in das Geschehen einbezogen. Bei den Informationsveranstaltungen waren alle Akteure beteiligt. Die Runde hat sich mit mir am 29. Juli noch einmal zusammengesetzt, um Missverständnisse und Unklarheiten aus der Welt zu schaffen.

Versorgung

Was wird aus dem Pentlinger Wasserturm?

Der Zweckverband-Süd hat das Pentlinger Netz samt des Bauwerks übernommen. Der Turm wird bald nicht mehr benötigt.

Wie beschreiben Ihnen die Mitarbeiter die aktuelle Stimmung im Haus? Gibt es Ängste?

Diese Informationsveranstaltung war noch einmal eine gute Gelegenheit, mit den Akteuren im Haus zu sprechen und die Stimmung wahrzunehmen. Die Stimmung ist gut, von einer „Angst im Haus“ kann keine Rede sein. Trotz der Corona-Krise ist die Situation sehr viel stabiler als vor einem Jahr. Wir konnten zahlreiche Mitarbeitende neu gewinnen, einige sind wieder zurückgekommen, wichtige Positionen im Haus, wie beispielsweise die Pflegedienstleitung, sind besetzt. Die Mitarbeitenden wissen, dass wir sorgsam mit einem Trägerwechsel umgehen und schätzen die regelmäßige Kommunikation hierzu. Der Betriebsrat hatte im letzten Herbst bereits eine Betriebsversammlung zu diesem Thema abgehalten und zusammen mit einem Anwalt dargestellt, wie der Trägerwechsel vonstattengeht.

Was zeichnet das Haus Benedikt aus?

Oliver Dunkel
Oliver Dunkel Foto: Kilian Kreb

Bei der Planung des Haus Benedikt stand die Fragestellung im Raum, wie eine moderne und menschenwürdige Pflege aussehen kann. Auf dieser Basis wurde das Wohngruppenkonzept für das Haus angepasst. Die Leitgedanken dieses Konzeptes tragen auch heute noch. Was ebenfalls für das Haus spricht, sind die Mitarbeitenden, viele davon von Beginn an dabei, die sich mit der Einrichtung sehr verbunden fühlen. Sie leisten, trotz schwieriger Rahmenbedingungen, sehr gute Arbeit.

Der Internationale Bund (Region Nordbayern) sieht sich selbst nicht als Experte für Seniorenheime. Warum hatte er dann das Haus Benedikt übernommen?

Als der Internationale Bund (IB) damals angefragt wurde, war es ein neuer Bereich für ihn in Bayern. Getreu dem Motto des IB „Menschsein stärken“, war es eine relevante Frage, was Menschsein stärken eigentlich in der Seniorenarbeit bedeutet. Und ich denke, wir konnten mit dem Konzept und der Arbeit auch eine entsprechende Antwort geben. Allerdings war das Haus Benedikt ein Solitär, d.h. wir hatten kein eigenes Netzwerk, keine Synergieeffekte und während wir uns in das Feld der Pflege einarbeiteten, haben sich die Rahmenbedingungen in den letzten Jahren deutlich verändert – Schlagworte wie Pflegenotstand und Implosion des Pflegesystems kommen hier in den Vordergrund. Der Bedarf an Fachkräften ist nicht gedeckt in Deutschland, die Kosten steigen, für Familien mit zu pflegenden Angehörigen ist Pflege plötzlich wieder ein Armutsrisiko, während die Menschen, die in diesem Bereich arbeiten weder die entsprechende Anerkennung erhalten noch eine entsprechende Vergütung. In den letzten Wochen hat sich dies etwas verändert durch die mediale Aufmerksamkeit und den Pflegebonus. Wirklich systemverändernd ist dies aber nicht. Noch lange nicht.

Unter diesen Bedingungen macht es einen Unterschied, ob man mit einem einzelnen Haus agiert oder ein Netzwerk aus Einrichtungen hat. Und es macht einen Unterschied, wie viel langjährige Erfahrung und Expertise man aufbauen konnte. Man hat mir hier einmal vorgeworfen, ich würde mit Schwäche argumentieren. Ich sehe darin vielmehr Verantwortung. Verantwortung für die Bewohner und Angehörigen, für die Mitarbeitenden aber auch für den IB.

Tradition

Ohne Strom oder Diesel über die Donau

In Matting gibt es eine ganz besondere Fähre. Gesichert von einem Stahlseil befördert sie die Strömung über den Fluss.

Wie sieht das Konzept der Servicehaus Sonnenhalde GmbH konkret aus?

Die Servicehaus Sonnenhalde GmbH setzt bei ihrem erfahrungsbasierten Konzept in der Betreuung auf größtmögliches Maß an Eigenständigkeit, Wohlbefinden und Selbstwertgefühl. Mit der WIR-Q Methode gewährleisten sie die Erhaltung und Erweiterung der Qualität im Betrieb, den Spaß am Lernen bei den Mitarbeitenden und die Weiterentwicklung der sozialen und fachlichen Kompetenz. Nach dem Motto „Zusammen ist man weniger alleine“ beinhaltet das Konzept die Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse der Bewohner, der Mitarbeitenden und Angehörigen. Das Wohngemeinschaftsprinzip und die Tagesstruktur des Hauses sollen jedoch wie bisher weitergeführt werden.

Am Haus Benedikt gab es bauliche Mängel, deren Beseitigung zuletzt ins Stocken geriet. Woran lag das?

Im Haus wurden von Beginn an Rückstellungen gebildet und es wurde regelmäßig investiert. In den letzten beiden Jahren lag der Fokus allerdings sehr stark auf dem Betrieb unter den Rahmenbedingungen des Pflegenotstandes. Das bedeutet, die Akquise von Fachkräften war vordringlicher als die Maßnahmen zur Instandhaltung. Seit wir hier wieder Stabilität haben, geht es auch wieder voran mit den notwendigen Arbeiten.

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