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Corona: Lockdown wird schärfer - Weil warnt und appelliert - NDR.de

Stand: 05.01.2021 22:15 Uhr

Der Schulunterricht und die Kinderbetreuung in Niedersachsen werden nach den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise zunächst bis Ende Januar stark eingeschränkt.

An weiterführenden Schulen gibt es außer für Abschlussklassen keinen Präsenzunterricht, sondern Homeschooling, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Dienstagabend bei einer Pressekonferenz nach dem Gespräch der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). An Grundschulen gibt es zunächst eine Woche Distanzunterricht mit Aufgaben für Zuhause, danach dann Unterricht im Wechselmodell mit geteilten Klassen bis zum Ende des Halbjahres.

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Die Rolläden sind vor einem Geschäft in der Braunschweiger Innenstadt heruntergelassen. © dpa-Bildfunk Foto: Swen Pförtner

Auch in Niedersachsen wird der Lockdown verlängert und teilweise verschärft. Kontakte sollen weiter reduziert werden. (05.01.2020) mehr

Kultusminister Tonne äußert sich am Mittwoch

Die Kinderbetreuung in den Tagesstätten wird auf eine Notbetreuung mit einem auf 50 Prozent reduzierten Angebot umgestellt - will heißen, dass nur noch jeder zweite Platz bereitsteht für diejenigen Eltern, die nicht wissen, wie sie die Kinder betreuen sollen. Weitere Details wird Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) voraussichtlich am Mittwoch vorstellen, kündigte Weil am Dienstag an.

Der derzeit geltende Lockdown wegen der Corona-Pandemie wird zunächst bis zum 31. Januar verlängert. Private Zusammenkünfte sind nur noch im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit maximal einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person gestattet. In Landkreisen mit einer 7-Tages-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner sollen die Länder weitere lokale Maßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetz zur Einschränkung des Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort entweder prüfen oder anordnen - so die Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz.

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Regierungssprecherin Anke Pörksen, Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Hans-Peter Mlodoch vom Weser Kurier bei der Landespressekonferenz am 05.01.2021. © NDR

21 Min

Die Pressekonferenz von Ministerpräsident Weil nach der Bund-Länder-Konferenz in voller Länge. 21 Min

Eingeschränkter Bewegungsradius? "Am liebsten gar nicht"

Ministerpräsident Weil zeigte sich allerdings skeptisch ob der Beschränkung der Bewegungsfreiheit in sogenannten Hotspots. Nötig sei hier eine gesonderte Begründung zur Verhältnismäßigkeit, wie sie das Oberverwaltungsgericht bereits bei anderen Einschränkungen angemahnt hat, sagte er. "Das ist für uns Teil des Prüfprogramms, ob und wann die Regelung zur Anwendung kommt, am liebsten gar nicht."

Neue Regeln ab 11. Januar - eventuell schon früher

Gelten sollen die neuen Regeln deutschlandweit voraussichtlich ab 11. Januar. In Niedersachsen, so deutete Weil an, könnten sie eventuell schon am kommenden Wochenende Inkrafttreten. Er beschrieb die Stimmung bei der Telefonkonferenz als "ausgesprochen besorgt" - auch wegen der Meldungen über Mutationen des Coronavirus, etwa aus Großbritannien. Weil wies zudem darauf hin, dass die aktuellen Infektionszahlen noch keinen realistischen Stand abbilden, da viele Hausarztpraxen über die Festtage geschlossen waren.

"Löwenanteil der Infektionen im privaten Bereich"

Die verschärften Kontaktbeschränkungen, die nun auch für Kinder unter 14 Jahren gelten sollen, begründete Weil damit, dass der Löwenanteil der Infektionen im privaten Bereich entstünde. "Wir wissen, dass das eine arge Einschränkung ist - insbesondere für Kinder", so Weil weiter. Er appellierte erneut an die Bürgerinnen und Bürger, von denen der eigentliche Erfolg abhänge. "Wir brauchen noch viel Geduld, Umsicht und Rücksichtnahme", sagte er. Deutschland sei weiter meilenweit vom Klassenziel entfernt - auch Niedersachsen. Aber: "Auch wenn wir sagen: 'Wir haben die Nase voll', bringt uns das nicht weiter."

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Ein Schüler verfolgt den Unterricht. © picture alliance Foto: Sebastian Gollnow

Eltern müssen sich auf das Wechselmodell einstellen. Auch in Kitas sollen die Kontakte reduziert werden. (05.01.21) mehr

Eine Passantin schaut in der menschenleeren Innenstadt von Hannover in das Schaufenster eines geschlossenen Geschäftes. © picture alliance/dpa Foto: Julian Stratenschulte

Der Lockdown in Niedersachsen wird noch einmal verschärft. Kontakte und auch der Schulbetrieb werden weiter reduziert. mehr

Bei einer Frau wird ein Abstrich mit einem langen Wattestäbchen in der Nase gemacht. © pathermedia Foto: ryanking999

Das Landesgesundheitsamt warnt davor, in vergleichsweise niedrigen Zahlen bereits einen Grund zur Entwarnung zu sehen. mehr

Eine Person hält eine Lupe über ein Kalenderblatt, wo der 31.1.2021 als Lockdown-Ende eingekreist ist. © picture alliance Foto: Fotostand / K. Schmitt

Bund und Länder beschließen striktere Kontaktregeln und Ausgangsbeschränkungen in Hotspots. Mehr Corona-News im Blog. mehr

Der Virologe Prof. Christian Drosten und die Virologin Prof. Sandra Ciesek (Montage) © picture alliance/dpa, Universitätsklinikum Frankfurt Foto: Christophe Gateau,

Hier finden Sie alle bisher gesendeten Folgen zum Nachlesen und Nachhören sowie ein wissenschaftliches Glossar und vieles mehr. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 06.01.2021 | 08:00 Uhr

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