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Verkauf, neue Nutzung oder
Abriss? Diese Frage beschäftigt die Verantwortlichen in Duderstadt in Bezug auf das nicht mehr genutzte Hallenbad. Wohin am Ende die Reise geht, ist zurzeit noch völlig offen. Beschlüsse dazu gibt es bislang nicht.Die seien aber erforderlich, sagt
Markus Kuhlmann, Geschäftsführer der städtischen Tochtergesellschaft Eichsfelder Wirtschaftsbetriebe (EWB), unter deren Dach die Eichsfelder Blockheizkraftwerk- und Bäder GmbH (EBB) für den Bäderbetrieb läuft. Die Gesellschaft ist Eigentümer der Hallenbad-Immobilie, betont Svenja Eckert, Sprecherin der Stadtverwaltung. „Die Willensbildungen der Gesellschaft sind abzuwarten“, so Eckert. Die Stadt Duderstadt ist mit 75,01 Prozent Mehrheitsgesellschafter.Welche künftige Nutzung in Frage komme, muss laut
Eckert im Einzelfall konkret beurteilt werden. Denkbar wären Nutzungen „für sportliche (zum Beispiel Sporthalle) oder schulische Zwecke (zum Beispiel Unterrichtsräume). Bei einem Abriss wäre die Fläche auch für neue Immobilien zur Unterrichtsergänzung denkbar.“Es hätten Gespräche mit dem
Landkreis Göttingen stattgefunden, so Eckert weiter, „letzte Rückmeldungen stehen noch aus.“ Der Landkreis Göttingen allerdings hatte vor einigen Tagen auf Tageblatt-Anfrage ein Kaufinteresse für die Hallenbad-Immobilie verneint. Eine Nutzung für sportliche oder schulische Zwecke sei nach Besichtigung geprüft und verworfen worden. Seitens des Landkreises bestehe „mit Blick auf die vorhandenen Sportstätten derzeit kein Bedarf an weiteren Hallen für die Schulen des Landkreises“. SPD möchte MultifunktionshalleDie SPD-Fraktion im Rat möchte als Nachnutzung für das
Hallenbad „eine von der Stadt betriebene Multifunktionshalle mit verschiedenen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung“, so die Fraktionsvorsitzende Doris Glahn. „Wir wollen Investitionen in ein vielfältiges, attraktives Freizeitangebot, welches verschiedenen Nutzergruppen offensteht.“ Ein enstsprechender Antrag für die Beratung in den politischen Gremien sei in Vorbereitung. Dabei soll es einen offenen Diskussionsprozess unter Einbeziehung der Bürger und ihrer Vorschläge geben, so Glahn.„Wir würden uns sehr freuen, wenn es eine Nachnutzung gäbe“, sagt der FDP-Fraktionsvorsitzende
Thomas Linkhorst. Er ruft die Bürger auf, Ideen zu äußern. Linkhorst könnte sich gut vorstellen, wenn ein Privatbetreiber das alte Hallenbad etwa als Kletter-, Funsport- oder Trendsporthalle nutze.„Sollte der Landkreis das Vorkaufsrecht nicht nutzen wollen, muss versucht werden einen Verkauf herbeizuführen“, macht
Thomas Gerlach, Fraktionsvorsitzender der WDB, klar. „Da dieses Unternehmen sicher schwierig werden wird, muss auch ein Abriss ins Auge gefasst werden.“Grüne: Zu Kompromissen bereit
Seine Fraktion habe noch nicht über eine mögliche Nachnutzung des
Hallenbades diskutiert, so Jochen Mitschke von den Grünen. Sowohl der Verkauf des Gebäudes als auch Abriss und Verkauf des Grundstücks könnten sich nach Auffassung Mitschkes als schwierig erweisen, denn das Objekt liege mitten im Schulzentrum. Sollte der Landkreis Göttingen Interesse am alten Hallenbad haben, meint er, „wären wir zu sehr großen Kompromissen bereit“.Nichts überstürzen und sich „in Ruhe überlegen, was man mit dem alten Gebäude und dem Grundstück machen kann“, das ist die Auffassung des CDU-Fraktionsvorsitzenden
Andreas Diedrich. Ob eine Nutzung durch einen privaten Betreiber oder vielleicht doch für die schulische Entwicklung in Frage komme, die CDU will sich für die Entscheidungsfindung Zeit lassen. Klar ist, so Diedrich, „es wird sicher keine Wiedereröffnung geben“.Gebäude mit Sanierungsbedarf
Die Bausubstanz von Fassade und Dach seien in Ordnung, sagt
Kuhlmann zum baulichen Zustand der Immobilie. Fensterfronten, Elektrik, Sanitärbereich, Heizung jedoch müssten erneuert werden, hinzu käme im Falle einer neuen Nutzung auch der Brandschutz. Wie hoch der tatsächliche Sanierungsbedarf des Gebäudes oder der Aufwand für Um- und Ausbauarbeiten ist, sei nach Angaben Eckerts „abhängig von der konkreten Nutzung“.Für das alte
Hallenbad einen potenziellen Käufer zu finden, könnte schwierig werden, denn die Immobilie samt Grundstück lägen mitten im Schulkomplex, gibt Kuhlmann zu bedenken. Er erinnert auch daran, dass das Bad vor etwa 40 Jahren von der Stadt für den Landkreis als Schulschwimmhalle gebaut und dann in die EEW eingebracht worden sei.Das
Hallenbad in Duderstadt ist seit Frühjahr 2019 geschlossen. Zwischenzeitlich war ein Neubau neben dem Freibad an der Talwiese im Gespräch. Von dieser Idee hat sich der Rat allerdings vor der Sommerpause nun endgültig verabschiedet.Sie erreichen die Autorin per E-Mail an b.eichner-ramm@eichsfelder-tageblatt.de oder unter Telefon 05527/9499712.
Von
Britta Eichner-RammAugust 05, 2020 at 12:04AM
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